Month: September 2006

Nachtrag zum Papst

Da fällt mir ein: Seit wann sind Massenmörder eigentlich cool? Hab ich da schon wieder n Trend verpasst? Oder ist das den fähnchenschwingenden Superchristen nicht so richtig klar, wen sie da anjubeln? Ratzi, den Grossinquisitor? Ratzi “Kondome sind schlecht” Menschenverächter? Oder ist alles in der hippen Spasskultur eh wumpe und mithin scheissegal? Muss mal wieder ein Jugendmagazin lesen und mich neu ausrichten …

Eva Herman und der Papst haben ein Kind

Ich mag die Herman. Obwohl ich sie nicht kenne und noch nie bewusst was von ihrem Geschreibsel oder Gesage gelesen / gehört habe. Ihr Buch verkauft sich ja wie warme Semmeln, dank all der Publicity. Dabei schreibt sie doch nur noch mehr Quatsch. Vielleicht will sie ja endlich mal, dass sie jemand hasst, sich an ihr reibt. Oder Kohle. Oder vielleicht ist sie ja ein netter Spassvogel, der die Leute verulkt. Eine neue Eulenspiegel in rosa und Butterkuchen.
Auch so ein Supertyp ist ja plötzlich der Papst, der dieser Tage mit seinen Leichenschändern durch Deutschland geistert und den vatikanischen Grüssaugust gibt, dabei aus Pappe Gammelfleisch macht und fleissig verteilt. Vielleicht hat der ja ein Kind mit der Herman, das wär doch mal was, das die ekelhafte Bild in den absoluten Verkaufswahn katapultieren würde. Schlagzeilen ohne Ende. Noch besser wärs dann, wenn die Herman in der Waffen-SS gewesen wäre. Dann hätte sich die beiden da kennenlernen können. Mörderquote. Garantiert.

Die Ewigkeit misst 2 Aprikosen

Folgende Szenen spielen sich ab:
Ein Rechner stirbt

Grosse Betroffenheit bei den Umstehenden, es werden Blumen besorgt und der alte Peacock wird vom zuständigen Gerichtsmediziner für tot erklärt.
Die Person, die an dem Rechner bislang arbeitete will sofort einen neuen haben. Sofort! Jetzt gleich? Aber nein, sofort! Chef genehmigt alles, Rechner wird in Rekordzeit aufgestellt und angeschlossen. Während ich die letzten Einstellungen vornehme, beschwert sich die Person, warum das denn alles so lange gedauert habe… Meinereiner wird leicht gereizt und bemerkt, dass sie absolut bevorzugt behandelt wurde, Glück hatte, dass grade noch ein PC beim Händler war, der auch gleich geliefert hat etc. blabla.
Kommentar: “Ach ja, ich bin Ihnen ja ewig dankbar.”
Atemzug später: “Allerdings haben sie ja auch grade zwei Aprikosen gegessen, dann wären wir ja quitt”.
Die Auffassungen von Ewigkeit sind allerdings recht unterschiedlich hienieden.

Demenz durch Hühnerfüsse?

London (spd): Einer wissenschaftlichen Studie zufolge soll der Verzehr von Hühnerfüssen zu Anfällen leichter Demenz führen.

Eine Studie der Londoner Uniklinik unter Leitung von Professor Habakuck-Smith mit der in medizinischen Studien üblichen Stichprobengrösse n=1 hat wissenschaftlich bewiesen, dass der Verzehr von Hühnerfüssen zu leichten bis schweren Anfällen geistiger Verwirrung führen kann. Der Versuchperson wurden in einem Zeitraum von 6 Wochen ebenjene Speise zugeführt. War die Person vorher wenn auch leicht verschroben, so doch zumindest eloquent, zeigte sie nach 6 Wochen erste Anzeichen geistiger Verwirrung. In Texten wurden einigen wichtigen Passagen der Konjunktiv verweigert und so äusserst dubiose Formulierungen verwendet.
Die Mediziner sind allerdings zuversichtlich, dass die Umstellung der Diät den ursprünglichen geistigen Zustand wiederherstellen kann. Psychologen empfehlen zunächst eine übliche (Elektro)Schocktherapie.

Frau am See

Diesen Sonntag wandelte ich zwecks Befreiung der Gedanken völlig entleert von solchen am Uferrande eines Sees lust. Just, als ich fast jenen Zustand der völligen Gedankenbefreiung erreicht hatte, kam mir eine Frau im rüstigen Alter von ca. 1000 Jahren mit Dönerspiesshund entgegen. Mich an ihr vorbeilavierend traf mich ihre in schneidigem Kommandoton hervorgerkrächzte Stimme: “Rechts gehen, nicht links. Sie müssen auf diesem Weg auf der rechten Seite gehen”. Anstatt nun geistesgegenwärtig zurückzuschnarren, in etwa mit: “Ich bin gegen Rechts” oder “Sie waren aber damals nicht im Widerstand, oder?” lachte ich nur überrascht und dachte dann hammelblöd: “Gibts denn so ne Regelung wirklich?”. Interpretationen solcherart Unsinnsgedanken bleiben als leichte Übung dem Leser überlassen.

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