Jobu V

Und der Meister sprach:

“Jobu ist ein freundlicher Gott. Jobu ist gütig. Jobu liebt uns, seine Kinder. Und Jobu will, daß wir glücklich sind. Deswegen lebt Er in uns und erfüllt uns mit Seiner göttlichen Präsenz. Manchmal kann das Wohlgefühl allerdings zu stark werden, zu groß, die Erfahrung zu gewaltig und deswegen beinahe schmerzvoll. In solchen Momenten schenkt uns Jobu eine Erleuchtung, eine Epiphanie. Laßt uns deswegen nun alle von diesem Kraut kosten, das Er in seiner Weisheit uns geschenkt hat. Und beachtet bitte, daß es nur 750 000 Scoville Einheiten hat.”

Und ein Poltern und Schreien hub an, wie die Schreie der Verdammten, die im Lavasee der Hölle gefoltert wurden. Hier und da schrien einige nach Erlösung, andere nach Mayonaise und wieder andere nach Milch und Brot. Dem Meister aber liefen Tränen über die Wangen und seine Zunge blutete. Langsam griff er nach einem Brot und schob es sich Stück um Stück in die Wange. Die Tränen aber wischte er nicht ab. Als sich der Tumult gelegt hatte, sagte er mit heißerer Stimme:

“Und sehet, groß ist Jobu und gnädig. Wir leben noch. Laßt uns nun über Schmerzen reden und zu etwas richtig Scharfem greifen.”

Und es war ein großes Geheul unter den Jüngern und viele wandten sich vom Glauben ab.

Eine Reaktion zu “Jobu V”

  1. Richard

    Vorschlag für

    Jobu VI

    Und der Meister sprach:

    “Euer Geist sehnt sich nach Antworten. Vertraut auf Jobu. Die Antworten auf all Eure Fragen finden sich hinter dieser Klippe. So geht nun still und einer nach dem anderen dorthin und vergesst nicht Euren weltlichen Besitz abzulegen. Denn um die Antwort zu empfangen muss Euer Geist rein und ungestört von derlei Tand sein. Vertraut auf Jobus Weisheit und Güte. Sie wird Euch auch auf diesem Weg sicher und schnell ans Ziel führen.”

    Und es entstand eine große Unruhe und ein großes Gedränge unter den Gläubigen, welche aber alsbald vorüber war und eine wahrhaft göttliche Ruhe folgen ließ.

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